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Das Stiftungshaus und der Garten mit historischem Baumbestand bieten eine einzigartige Atmosphäre für wissenschaftliche Veranstaltungen, für konzentrierte Debatten und Gespräche.
Das Stiftungshaus
Die Carl Friedrich von Siemens Stiftung hat ihren Sitz in einem der zehn Palais des sogenannten Schlossrondells von Schloss Nymphenburg in München. Ursprünglich hatte der Initiator der Stiftung Ernst von Siemens das Anwesen mit seinem schönen Garten für einen international renommierten Dirigenten erworben, der auf seine Einladung hin in München einen Aufenthalt als Artist in Residence plante. Wegen des überraschenden Todes des Dirigenten wurde dieser Plan hinfällig und Ernst von Siemens entschloss sich, seiner neu zu gründenden Carl Friedrich von Siemens Stiftung das Anwesen nach einer grundlegenden Renovierung als Stiftungssitz zu überlassen.
Das historische Kavaliershaus am symmetrischen Schlossrondell ist heute Eigentum der Carl Friedrich von Siemens Stiftung und steht unter Denkmalschutz. Die modernen Anbauten, die sich diskret in das Ensemble fügen, bieten Platz für Veranstaltungs- und Tagungsräume.
Geschichte des Hauses
Ob Ernst von Siemens fasziniert war von der Idee des Kurfürsten Karl Albrecht, ausgehend vom Ehrenhof des Schlosses Nymphenburg eine Art »Idealstadt« zu erbauen? Denn bezeichnenderweise trug dieser Plan damals den Namen »Carlstadt«. So sitzt die Carl Friedrich von Siemens Stiftung heute in einem der Häuser im Schlossrondell von Nymphenburg, das 1728 gleichzeitig mit der Anlage des Nymphenburger Stichkanals Grundsteinlegung feierte.
Kurfürst Karl Albrecht, der spätere Kaiser Karl VII. ließ das Palais von seinem Hofarchitekten Joseph Effner um 1728/30 in Akkordarbeit errichten. Sodann verschenkte es der Kurfürst an Karl (Charles) Balistier, seines Zeichens Dresseur der kurfürstlichen Jagdhunde im Rang eines Kammerdieners. Im Garten des Hauses — »kurfürstliches Jägerhaus« genannt (vgl. Max Hauttmann: Der Kurbayerische Hofbaumeister Joseph Effner. Ein Beitrag zur Geschichte der höfischen Kunstpflege, der Architektur und Ornamentik in Deutschland zu Anfang des 18. Jahrhunderts, Straßburg 1913, S. 169) — befanden sich die Zwinger für die kurfürstlichen Wachtelhunde.
Die von Linden gesäumten Alleen des Schlosskanals und das Rondell erhielten damals eine gleichmäßige Bebauung mit zweigeschossigen Häusern. Wohnbauten von Bediensteten, Künstlerwerkstätten, Manufakturen und Ateliers waren dort untergebracht sowie ein Hotel und Gaststätten. Nach dem Tod von Kaiser Karl VII. 1745 wurde der »Carlstadt«-Plan nicht weiterverfolgt, auch wohl deshalb, weil die damals große Entfernung von München potentielle Bewohner abschreckte.
Schloss Nymphenburg, im 17. Jahrhundert ein Landsitz, im 18. und 19. Jahrhundert die Sommerresidenz des Hauses Wittelsbach, gehört zu den größten und bedeutendsten Schlössern Europas.
Haus Oberhof, Botanische Arbeitsstelle
Ernst von Siemens ausgeprägtes Interesse an der Botanik hatte auch Einfluss auf die Carl Friedrich von Siemens Stiftung. Die von der Stiftung eingerichtete Botanische Arbeitsstelle im Alpenvorland arbeitet in der Forschung mit dem Botanischen Garten, Nymphenburg, und der Ludwig-Maximilians-Universität München zusammen. Der Sitz der Botanischen Arbeitsstelle befindet sich in der Nähe des Starnberger Sees auf einem großen Gelände der Einöde Oberhof, einem Ortsteil der oberbayerischen Gemeinde Eurasburg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Ernst von Siemens hatte der Stiftung testamentarisch gestattet, Teile des Grundstücks dauerhaft zu nutzen.