Globalgeschichte der Menschenopfer
Prof. Dr. Michael Stausberg
Department of Archaeology, History, Cultural Studies and Religion,
Universität Bergen, Norwegen
Diskussionsleitung: Prof. Dr. Dorothea Schulz
Institut für Ethnologie, Universität Münster
Carl Friedrich von Siemens Fellow 2025/2026
»Berichte über und Hinweise auf Menschenopfer gibt es in einer Vielzahl von Kulturen. Die morbide Faszination für dieses scheinbar bizarre Phänomen zieht sich bis in die gegenwärtige Populärkultur. Das Menschenopfer wirft fundamentale Fragen nach dem Wert der Humanität und den Grenzen des Humanen auf. Was dürfen Menschen ihren Mitmenschen antun? Wenn im Titel eine Globalgeschichte angekündigt ist, dann ist damit nicht ein Inventar aller Zeugnisse für Menschenopfer quer durch alle Zeiten und Räume beabsichtigt, sondern eine Fragerichtung, die Belege aus Einzelkulturen in größere Problemhorizonte verwebt. Dabei wird es zunächst um die Frage nach der Kategorie ›Menschenopfer‹ gehen. Lassen sich Menschenopfer von anderen Formen des rituellen Tötens unterscheiden (und mit welchen Interessen ist das verbunden)? Sind Fakten immer klar von Fantasien und Verleumdungen zu unterscheiden? Und in welche rituellen Kontexte und Erzählwelten sind Menschenopfer eingebettet?«