Hoffnung auf Sicherheit
Prof. Dr. Sönke Neitzel
Lehrstuhl für Militärgeschichte / Kulturgeschichte der Gewalt,
Universität Potsdam
Diskussionsleitung: Prof. Dr. Kiran Patel
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München
»Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Illusion beendet, dass wir in einem friedlichen Zeitalter leben. Europa hat sich nach dem Ende des Kalten Krieges als sicherheitspolitischer Akteur aufgegeben und gerade wir Deutschen glaubten, Konflikte durch wirtschaftliche Verflechtung lösen zu können. Nun müssen wir wieder lernen, mit militärischen Mitteln für Sicherheit zu sorgen. Auf die Vereinigten Staaten ist kein Verlass mehr, Russland ist eine größere Gefahr denn je und China ist dabei, die Weltordnung nach eigenen Vorstellungen zu prägen. Aber unter dem Druck der Ereignisse regt sich etwas. Die Bundesrepublik gibt so viel Geld für Verteidigung aus wie zuletzt 1969 und der öffentliche Diskurs über Sicherheit hat sich hierzulande grundlegend verändert. Und die Europäische Union ist dabei, endlich Schritte zur Integration auch im Verteidigungsbereich zu unternehmen. Europa hat seine Zukunft selbst in der Hand. Es hat viele brillante Köpfe, eine leistungsfähige Wirtschaft und exzellente Hochschulen. Es muss sein Potential nur zu nutzen wissen.«