Klimapolitik, Demokratie
und die Zukunft der globalen
Gemeinschaftsgüter
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer
Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung;
Professor für die Ökonomie und Politik des Klimawandels, Technische Universität Berlin
Diskussionsleitung: Prof. Dr. Ursula Münch
Direktorin der Akademie für politische Bildung, Tutzing
»Die Welt befindet sich inmitten einer Doppelkrise: Der menschengemachte Klimawandel schreitet fort, und mit ihm ein schwerwiegender Biodiversitätsverlust. Dennoch ist die Weltgemeinschaft derzeit meilenweit davon entfernt, eine Lösung für die von Garrett Hardin bereits im Jahr 1968 beschriebene Tragik der Allmende und für die Bewirtschaftung der globalen Gemeinschaftsgüter, wie sie Elinor Ostrom 2003 skizziert hat, zu finden. Trotz des Abkommens von Paris befinden sich die internationalen Klimaverhandlungen in einer Sackgasse, während Machtrivalitäten und Konflikte zunehmen. Um dem Klimawandel wirksam zu begegnen, bedarf es neuer, effektiver Instrumente. So wäre z. B. ein Zusammenschluss der Staaten der ›Willigen‹ in Klimakoalitionen denkbar, um ein System von Importzöllen und Reward Funds zu entwerfen und umzusetzen. Die EU könnte hier eine zentrale Rolle übernehmen. Sie hat bereits über das Emissions Trading System ein wichtiges Instrument zur Emissionsreduzierung geschaffen und wirkt über den Carbon Border Adjustment Mechanism unerwünschten Nebeneffekten wie Carbon Leakage entgegen. Ebenso ließen sich mittels Steuerkoalitionen und sogenannten Jurisdictional Reward Funds Anreizsysteme für internationale Kooperation schaffen. Letztlich wird es darauf ankommen, gangbare Wege aus dem Kooperations-Dilemma zu finden.«