Radikale Hoffnung.
Christliches Hoffen als Hoffen-auf-Gott
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ingolf U. Dalferth
Professor Emeritus of Philosophy of Religion,
Claremont Graduate University, Kalifornien, USA
Diskussionsleitung: Prof. em. Dr. Dr. h.c. Friedrich Wilhelm Graf
Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik,
Ludwig-Maximilians-Universität München
»Im vergangenen Jahr ist es, ausgelöst durch Jürgen Habermas, wieder zu einer philosophischen und theologischen Debatte über das christliche Hoffen gekommen. In diesem Vortrag möchte ich einige der dadurch aufgeworfenen Probleme genauer analysieren und diskutieren. Mir geht es um den Charakter, die Struktur und die Begründung christlichen Hoffens, also nicht um das, was Christen im Lauf der Geschichte alles gehofft haben (ihre Hoffnungen), sondern darum, wie Christen hoffen sollten, wenn sie wirklich Christen wären (ihr Hoffen). Hoffnungen sind erwünschte Möglichkeiten, das Hoffen dagegen ist ein Vollzug im realen Leben. Was zeichnet diesen Lebensvollzug christlichen Hoffens aus und wie ist er zu verstehen? Meine These ist: Nicht als ein besonderer Fall des Hoffens, sondern als eine andere Art des Hoffens. Was diese Art des Hoffens charakterisiert, werde ich im Gespräch mit Kant, Habermas, Jonathan Lear und Kierkegaard zu klären versuchen.«